Historische Entwicklung

Das Altenberger Licht erhielt seinen Namen von dem kleinen Ort Altenberg im Bergischen Land. Hier entstand 1922 in den Mauern einer ehemaligen Zisterzienser Abtei, an die noch ihre Klosterkirche, der Altenberger Dom, erinnert, die heutige Jugendbildungsstätte des Erzbistums Köln. Damals entwickelte sich Altenberg zu dem Zentrum der katholischen Jugend in Deutschland. Der Dom und die Altenberger Madonna wurden zum äußeren Zeichen der Zusammengehörigkeit, zum „Herz des Bundes“.

 

Das Altenberger Licht entstand 1950 nach den Schrecknissen des zweiten Weltkrieges als Zeichen der katholischen Jugend für Versöhnung und Frieden in Europa. Von Altenberg aus schickte man ein Licht auf die Reise, das in Form einer Sternstafette in alle Richtungen weitergegeben wurde und bis an die Grenzen Deutschlands gelangte. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich daraus eine Europasache.

 

Mitte der 60er Jahre, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Atmosphäre der aufkommenden Studentenunruhen, stellte man die Feier des Altenberger Lichts ein, weil man der Überzeugung war, dass eine solche Form der liturgischen Feier für junge Menschen nicht mehr angemessen war.

 

1980 entstand ein lebendiger Neubeginn. Von Jahr zu Jahr wuchs die Teilnehmerzahl, und inzwischen kommen jährlich am 1. Mai ca. 3000 junge Menschen aus dem In- und Ausland nach Altenberg, um das Licht zu empfangen und weiter zu tragen.

67 Jahre Altenberger Licht

 

Seit 1950 begeht die katholische Jugend am 1. Mai das Altenberger Licht. 2010, also beim 60. Jahrestag, hatten wir tief im Archiv gewühlt und jede Menge Fotos und Dokumente gefunden, die zu einer lebendigen Zeitreise einladen.  Mit Johannes Tillmann war sogar ein Zeitzeuge der ersten Generation mit dabei.

 

Mit Fackel und Fahrrad

Viele der ganz alten Fotos machen deutlich, dass das Altenberger Licht früher in Stafetten weitergegeben wurde. Die Bilder zeigen Läufer und Radfahrer, die das Licht unter anderem bis nach Berlin oder auch in Nachbarländer brachten. 

Oder den Neuanfang ab 1980, als der damalige Rektor von Haus Altenberg, Pfarrer Winfried Pilz, die Jugendaktion wiederbelebte. Der BDKJ hatte sie 1965 als "nicht mehr zeitgemäß" eingestuft.

 

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Stafettenlauf in Schlips und Anzug

Gegen Ende der 1950er Jahre entstand diese Aufnahme von der Altenberger Licht-Stafette in Dattenfeld (Rhein-Sieg-Kreis). Vielen Dank an Pfarrer Michael Ottersbach, der als Jugendseel-sorger für die Dekanate Leverkusen und Rheinisch-Bergischer Kreis aktiv ist. Der rechte Fackelläufer auf dem Foto ist sein Vater.

Kleine Flamme mit großer Wirkung

Die Symbolkraft ist über die Jahrzehnte hinweg geblieben: Das Altenberger Licht wird an der Osterkerze entzündet, dem Symbol für den auferstandenen Christus. Und vom Altenberger Dom aus geht das Licht als Zeichen des Friedens und der Versöhnung in die Gemeinden, Jugendgruppen, Einrichtungen oder auch an politisch-kulturell bedeutsame Orte.

 

Wie zum Beispiel 1995, als das Licht über die polnische Grenze bis nach Tschenstochau und Auschwitz getragen wird. Zielpunkt der Stafette, 50 Jahre nach Kriegsende, ist die Todeszelle des Heiligen Maximilian Kolbe im Konzentrationslager Auschwitz.