Altenberger Licht 2014

Jugendliche aus Irland und Litauen beim Altenberger Licht 2014

Provozierend, fast schon etwas bedrohlich kam das diesjährige Motto rüber: Gott ist tot? Dann gnade uns Gott!

 

Trotzdem kamen am 1. Mai wieder 2.500 junge Menschen zur traditionellen Aussendung des Altenberger Lichts in den Dom zu Altenberg.

  

Darunter auch Pilgergruppen aus Irland und Litauen, die seit vielen Jahren eine intensive Freundschaft mit den „Altenbergern“ verbindet.

 

Den Jugendlichen im ‚Initiativkreis Altenberger Licht‘ war das Motto am Anfang selbst nicht ganz geheuer. „Aber wir haben den Eindruck, dass Gott in vielen Lebensbereichen keine Bedeutung mehr hat“ gibt Christian Lübbert die Diskussion im Initiativkreis wieder. Was aber passiert, wenn Gott tatsächlich abhandenkommt, wenn er faktisch aus dieser Welt verschwindet? Verschwindet dann nicht auch die Liebe, das Licht Gottes?

Die Frage nach Gott ist unlösbar verbunden mit der Frage nach der Liebe

In seiner Predigt greift Pfarrer Mike Kolb, Diözesanjugend-seelsorger und Rektor der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg, diese Frage auf: „Das Licht ist Träger von Gottes Botschaft: Dich, Mensch, liebe ich!“ Wer frage: „Brauche ich Gott überhaupt?“, der fragt eigentlich „Brauche ich die Liebe?“

 

Gott ist nichts anderes die Liebe, „die mich wirklich befreit, die es ernst mit mir meint, die sich nie von mir abwendet“, so Kolb zu den jungen Pilgern, die Bänke und Boden im Altenberger Dom bis zum Altar füllen. Und wer die Frage danach, ob er Gott braucht, ob er die Liebe braucht, mit Ja beantworte, der „geht ein Abenteuer, eine Freundschaft, eine Beziehung ein, die auch zum Licht für andere wird!“

Ein besonderer Moment: die Aussendung eines kleinen Lichts in die Welt

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß waren viele Pilger schon seit den frühen Morgenstunden unterwegs zur feierlichen Aussendungsmesse, die musikalisch von HöVi- Jugendchor -Band aus Köln unter der Leitung von Dirk-Joahnnes Neumann gestaltet wurde.

  

Für die irischen und litauischen Pilger gehört das Altenberger Licht zu den Highlights des Jahres.

 

„I’ll never forget, das vergisst du einfach nicht, diesen besonderen Moment, wenn das Altenberger Licht an der Osterkerze entzündet wird und wir dasselbe Licht mit in unsere Heimat nehmen“, erzählt Wilma aus dem litauischen Vilnius strahlend. Auch die irische Pilgergruppe nimmt das Licht mit auf die grüne Insel nach Galway. Nicht ganz so weit ist der Weg für die Gruppen aus den Bistümern Würzburg oder Dresden-Meißen, und für die Kinder und Jugendlichen aus den Verbänden, wie Pfadfinder und KjG-ler aus den umliegenden Dekanaten.

Das Altenberger Licht als Flamme der Solidarität

Von Altenberg aus nehmen die jungen Menschen das Licht mit in ihre Gemeinden und Gemeinschaften, tragen es in Altenheime und Krankenhäuser.

 

In Deutschland, aber auch zu befreundeten Jugendgruppen in Europa.

  

   

Symbolisch geht eine Flamme der Solidarität nach Cebu auf den Philippinen. Dort absolviert Sebastian Schnitzler, ein langjähriger Be-gleiter des Altenberger Lichts, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Salesianern Don Boscos. Die Kollekte der Aussendungsmesse kommt den Menschen der im vergangenen Jahr vom Taifun Haiyan heimgesuchten Insel zu Gute.

  

Bericht & Fotos: Dieter Boristowski