Gott als perfekter Brückenbauer

Wo bist du? - Das Altenberger Licht 2018

[Daniel Brun] - Von Montag, dem 30. April auf Dienstag, dem 1. Mai 2018 feierten über 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene die Aussendung des Altenberger Lichts. Nach einer feierlichen und stimmungsvollen Messfeier im Altenberger Dom wird das Licht in die Pfarreien und Gemeinden in unserem Erzbistum verteilt.

Am Montagabend eröffnete Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp vor über 400 Teilnehmenden ein vielseitiges Programm. Stationen, wie das Labyrinth, der Leuchtturm, Tanz und Bibliolog oder Gesprächsrunden, dienten dazu den Standort im Leben und im Glauben zu ermitteln. Im Labyrinth fragt man sich: „Wo stehe ich?“, „Welchen Weg soll ich nehmen?“

 

Entzündung des Lichts um Mitternacht

 

Der Höhepunkt war die Entzündung des Altenberger Lichts an der Osterkerze im Dom. Die Fackel wurde in diesem Jahr in der Vigil um Mitternacht entzündet. Die tolle Atmosphäre, die durch die verschieden farbigen Lichter nochmal hervorgehoben wurde, ließen diese Feier in einem einzigartigen und unvergesslichen Bild erscheinen. Die Entzündung des Lichts, an der Scheide zwischen Tag und Nacht war für jeden ein ganz besonderer Moment.

 

„Was ist unser Standort aus dem Glauben heraus?“, fragt Schwaderlapp zu Beginn seiner Predigt. Er verweist auf die Lesung aus dem Alten Testament. Der im Tempel schlafende Samuel erkennt erst im dritten Anlauf, dass Gott ihn bei seinem Namen gerufen hat.

So geht es oft uns Menschen. Auch wir werden von Gott beim Namen gerufen. Schon in der Taufe wird unser Name ausgesprochen. Gott spricht uns gezielt an, er ruft uns beim Namen und verbindet auf diese Weise eine enge Freundschaft mit uns. Unsere Namen sind nicht egal, nein, jeder Name bringt eine eigene Geschichte mit sich. Gott liebt unsere Geschichte und damit auch uns.

 

Aussendung des Lichts als Zeichen der Hoffnung, der Liebe und der Freundschaft

 

Am Dienstag wurde um 10 Uhr die festliche Aussendungsmesse im bis auf den letzten Platz besetzten Altenberger Dom gefeiert. Pfarrer Schwaderlapp schilderte einen Brückenbau, der von zwei Seiten aus begann, in der Mitte aber aneinander vorbeiging. Anders als diese Brücke, kommen die Brücken, die Gott baut, an.  Aber glauben wir Menschen auch an diese Brücke? In verschiedenen Situationen fragen Menschen sehnsuchtsvoll, manchmal frustriert oder leidend: „Gott, wo bist du?“ In dieser Frage steckt eine tiefe Sehnsucht nach jemandem, der bei einem ist, der einem in schwierigen Situationen behilflich ist, vielleicht gerade dann, wenn ich ihn nicht erlebe oder nicht spüren kann. Es ist eine Sehnsucht, mit Blick auf die Welt, die fragt: „War es das jetzt schon?“ Die Menschen wollen immer mehr, die Menschen geben sich nicht mit dem Gegebenen zufrieden, sie streben nach einem nie aufhörenden Glück. „Wir wollen die Fülle des Glücks“, erläutert Schwaderlapp. Diese Sehnsucht verweist uns auf Gott. Diese Sehnsucht hat uns Gott selber gegeben.

Glauben hat mit Frieden und Zufriedenheit zu tun und so ist es ein Frieden, von Gott angesprochen zu werden und von ihm das Versprechen zu erhalten, dass die Sehnsucht erfüllt wird. Wir können zufrieden sein, weil Gott bei uns ist.

 

Das Altenberger Licht ist ein mächtiges Licht der Sehnsucht, das mit seinem Feuer der Hoffnung, der Liebe und der Freundschaft die ganze Welt entflammen kann.