Katholische Jugendagentur Düsseldorf

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Aktuelles

Am 07.12. 2017 findet wieder um 18:00 Uhr unser Adventsfenster in der Lottenschule statt.

HERZLICHE EINLADUNG an alle Kinder, Eltern, Lehrer und Interessierte!

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Mit anderen Augen sehen

Qualitätszirkel schärfen den Blick

„Es ist 20 Jahre her, dass ich studiert habe. Und hier bekommt man wieder einen Input.“ Peter Roden arbeitet in der GOT St. Bonifatius, und er kann den Qualitätszirkeln der KJA Düsseldorf einiges abgewinnen, lernt fachlich und persönlich hinzu. „Da war mal ein Rundgang mit den Verkäufern von der Straßenzeitung. Da sieht man die Stadt anders, kriegt Hintergrundinformationen, die man sonst so nicht bekommt. Das bringt Anregungen für den Kopf.“

Es bringt etwas, nicht nur im Seminarraum über Qualität nachzudenken, sondern selbst aktiv zu werden. Und praktisch sollte es sein, findet auch Stefan Wehlings vom Grevenbroicher Kultus:

praktische Anleitung

„Heute ging es um praktische Anleitung, einen Geocaching mit Jugendlichen oder Kindern zu veranstalten. Ich fand es sehr gut, denn wenn man das selbst mal gemacht hat traut man sich, das anderen nahe zu bringen.“ Die „anderen“, das sind die ehrenamtlichen Mitarbeitenden seiner Einrichtung. Peter Roden wird das Gelernte bereits im Kinder-Ferienprogramm umsetzen.

Den Qualitätszirkel setzt Fachbereichsleiterin Martina Hoschek alle zwei Monate an. Er orientiert sich an den Bedürfnissen der Praktiker vor Ort und an tagesaktuellen Themen. „Wir versuchen z.B. das Thema ‚Armut‘ auf verschiedene Weise anzugehen. Die alternative Stadtführung mit Verkäufern der fiftyfifty-Stadtzeitung sollte für das Thema sensibilisieren. Dann ging es aber auch um das ‚Bildungs- und Teilhabepaket‘ mit ihrer Fördersystematik, mit Referentinnen der Caritas Düsseldorf.“ Und da wird das Thema „Leben mit Hartz IV“ praxisnah.

Auftritte sind ein Highlight

Kultur in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Der große Saal der Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) St. Matthäus in Düsseldorf-Hellerhof: Soeben haben sich ein Dutzend Kinder nebenan umgezogen, jetzt wird auf der Bühne geübt. Raphael, der Tanzlehrer, gibt den Takt vor, knüpft an das zuletzt gelernte an.

Regelmäßig treffen sich die meist zehnjährigen Kinder, und es klappt schon ganz gut. Denn: „Wir tanzen viel, und das macht mir Spaß. Und wir machen immer neue Tänze, wir lernen was dazu.“

Wer schon wie diese Kinder viel gelernt hat, der will das irgendwann auch auf einer Bühne zeigen, vor Publikum, in der JFE oder sonst wo im Stadtteil. Denn da kommt gute Stimmung auf, schildern die Kinder mit leuchtenden Augen und einem gewissen Stolz: „Die Leute klatschen und jubeln, rufen auch Zugabe wie beim letzten Mal.“ Und: „Unsere Freunde haben richtig gestaunt.“

Aufgeregt sind vor einem solchen Auftritt nicht nur die Kinder sondern auch Raphael. „Das ist wie ein Baby, das man pflegt. Dann ist man froh, wenn es so gut bei den Leuten ankommt, dass sie ‚Zugabe‘ rufen. Das ist schon ein schönes Gefühl!“

Er selbst hat als Kind in der JFE getanzt. Und als ein neuer Tanzlehrer gebraucht wurde, da waren er und seine Schwester zur Stelle. Diese Gruppe leitet er seit zwei Monaten, denn die Älteren haben aufgehört, wegen Abi und Berufsausbildung, und jetzt ist der Neuaufbau gestartet.

Begabt sind die Kleinen, findet Raphael. „Von daher geht einem das Herz auf, wenn die sich tanzend zur Musik bewegen. Das ist schön.“

Musik und Tanz, das gehört für Raphael in eine Offene Kinder- und Jugendeinrichtung. Das ist ein wichtiges Stück Kultur: „Musik und Tanz ist gerade bei Kindern eine Form, sich auf ihre eigene Art zu zeigen. Es drückt etwas aus. Musik begeistert Kinder. Und sich dazu bewegen zu können ist noch schöner. Von daher ist das ein großer Punkt, wo man Kultur in Kindern wiederfinden kann.“

Neben dem Tanz fördern die Offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen auf vielfältige Weise Kunst und Kultur für und mit Kindern und Jugendlichen. Da sucht zum Beispiel das „Kultus – das Café“ im Herzen Grevenbroichs Schülerbands der Umgebung, die ein renommiertes Musikfestival eröffnen. Welche Schülerband das sein wird, das wird per Internet von Schülern abgestimmt.

Oder es gibt die Nachwuchsförderung. Die Projekte heißen „Songwriter Lounge“ oder „Discover your talent“. „Wir arbeiten mit den Kolleginnen und Kollegen anderer OTs zusammen“, sagt Christoph Meiser, Leiter der JFE. „Das bringt für den Nachwuchs große Vorteile.“ Denn die jungen Künstlerinnen und Künstler suchen Auftrittsmöglichkeiten. Seit Monaten haben sie irgendwo im Keller geprobt. „Und dann wollen sie die eigenen Musikstücke endlich auf einer Bühne präsentieren. Das ist für sie ein Highlight. Das ist sozusagen ihr Einstieg.“ Und durch die Zusammenarbeit ergeben sich dann sogar eine Handvoll Auftritte, nicht nur in der eigenen Einrichtung sondern auch über die Stadtgrenze hinaus. Und es ist sogar ein Auftritt in der Düsseldorfer Altstadt möglich, im „Franzmann“, der Jugendkulturkneipe an der OT Ritterstraße.

Nicht nur Musik wird gefördert, auch die darstellende Kunst: In den Sommerferien hat ein Künstler eine Riesenskulptur mit den Kindern gebaut und gestaltet. Jedes Kind hat sein eigenes „Haupt“ bzw. Gesicht in Porenbeton verewigt, so dass der Name der Skulptur einen Sinn bekam: „Häuptlinge“. „Die Skulptur fällt einem gleich ins Auge“, sagt Christoph Meiser, „ wenn der Blick aus dem großen Saal der JFE hinaus in den Garten schweift.“ Und so ragt die in starken Farben gehaltene Skulptur stolz in den (Hellerhofer) Himmel.

Wurzel der Religionen

Wissen macht tolerant

Das Haus der Jugend Neuss, erste Etage. In einem Raum an der Wand: Ein Baum, aufgemalt, bunt. Es ist nicht irgendein Baum, sondern es ist ein Stammbaum.

Die Schülerinnen der 6. Klasse des nahegelegenen Marienberg-Gymnasiums erkennen schnell: Das alles hat etwas mit den drei großen Religionen zu tun:

„Das ist der ganze Stammbaum von Abraham mit der Frau Hagar und der Frau Sara, mit Ismael und Isaak. Das sind die beiden Söhne von Abraham.“ – „Und Ismael stammt nicht von der Sara ab sondern von Hagar. Und Isaak stammt von Sara ab.“ Alles bekannt, aus dem Religionsunterricht.

Zwei weitere Räume werden sie noch besuchen, jeweils mit Bildern, Symbolen und Anschauungsmaterial aus dem Judentum und dem Islam. Und am Ende werden sie vieles nicht nur gesehen sondern auch anfassen und probieren können. „Ich fand die Thora am interessantesten da drüben, und hier fand ich eigentlich alles sehr interessant, z.B. den Schrank der Muslimin.“ Zu Hause werden sie dann erzählen, „dass  wir zuerst im Judenraum waren, und dass wir da auch Traubensaft, Wein durften wir ja nicht, und Brot essen durften, und im Islam-Raum den selbstgemachten Tee und die Datteln.“ Vor dem Gebet, das haben sie erfahren, wäscht man sich als Muslim die Hände mit einem duftenden Wasser. Das haben auch die Schülerinnen gemacht, und eigentlich finden sie nichts Ungewöhnliches daran: „Na ja, das ist so als ob man sich vor dem Essen die Hände wäscht. Das riecht gut nach Honig und Vanille, anders als normales Desinfektionsmittel.“ – „Es riecht irgendwie nach Honigseife.“

Überraschend fand eine Schülerin, „wie lange die Juden z.B. fasten und dass die Juden in einer anderen Zeitrechnung sind.“

Einige Dinge über den Islam wussten die Mädchen bereits, weil sie sich in der Grundschule über ihre jeweiligen Religionen unterhalten haben, und weil das spannend war. Zum Beispiel die Sache mit dem Gebetsteppich und seiner Besonderheit: „Da gibt es auf dem Gebetsteppich noch einen Kompass, dann kann man das einstellen und den Teppich je nach dem einfach drehen.“ Und so betet man Richtung Mekka, und das ist dann richtig.

Neugierig und offen waren die Schülerinnen des Marienberg-Gymnasiums, und sie wollten viel wissen. Und damit erfüllt die Abraham-Ausstellung einen wichtigen Zweck, sagt ihr Klassenlehrer: „Kenntnis und Wissen ist die Grundlage, wenn man Toleranz als ein Erziehungsziel hat. Und das bekommt man hier ganz gut mit.“ Und er empfindet das Angebot von Haus der Jugend Neuss und der Katholischen Jugendagentur als Gewinn: „Generell ist ein Experte von außerhalb immer einen riesen Zugewinn, weil dann Dinge ganz anders dargestellt werden als wir das gewohnt sind. Und für die Schülerinnen und Schüler ist es einfach auch eine schöne Abwechslung, etwas aus erster Hand zu hören.“