Ökumenische Vesper im Altenberger Dom

31. Oktober 2017;

Mit einer Ökumenischen Vesper im voll besetzten Altenberger Dom endete am Dienstagabend das Jubiläumsgedenken zu „500 Jahre Reformation“ in der Region Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sowie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet haben die gottesdienstliche Feier, in der von beiden Konfessionen genutzten Kirche, mitgestaltet.

In einer Doppelpredigt zur Lesung aus dem sechsten Kapitel des Römerbriefes, äußerten Woelki und Rekowski sich zur einigenden Kraft der Taufe. „ Mit der Taufe feiern wir, dass Gott uns nicht ‚nur‘ ins Leben ruft, sondern jede und jeden von uns auch beim Namen“, so der Kardinal. Die Taufe sei das Ereignis, an dem von allen Kirchen anerkannt werde, dass die Zugehörigkeit zu Christus umfassender und größer sei als die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession. Ein bewegendes Zeichen dafür sei die wechselseitige Taufanerkennung, die am 29. April 2007 im Magdeburger Dom von elf christlichen Kirchen feierlich erklärt wurde. „Alle christlichen Kirchen betonen, dass die Taufe grundlegende und lebenslang gültige Zusage der Vergebung und der Liebe Gottes ist, deren Wirkung ein festes Vertrauen des Menschen ist, das sein ganzes Leben trägt und beseelt“, so Woelki. Die eine Taufe in Christus sei „ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennungen zu überwinden und ihre Gemeinschaft sichtbar zu manifestieren“, sagte auch Präses Rekowski in seiner Predigt. Als Leib Christi, dem die Zukunft gewiss sei, bildeten die Kirchen konfessionsübergreifend ein Netzwerk gegen die Not und die Ungerechtigkeit der Welt.

Das beiden Konfessionen gemeinsame Sakrament der Taufe wurde auch an anderer Stelle hervorgehoben. So endete die Vesper mit einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis und einer Tauferinnerung. An den Ausgängen des Altenberger Domes standen „ökumenische Pärchen“ mit Schalen voll Wasser, mit dem sich die Besucher benetzen konnten. Die begleitende Musik trug ebenfalls zum Versöhnungsgedanken bei. So sangen die Chöre des Altenberger Domes und des Kölner Domes gemeinsam. Außerdem spielten die beiden Organisten Andreas Meisner und Rolf Müller als Uraufführung eine Toccata, die ein Lied von Martin Luther und einen gregorianischen Choral zitiert. Kardinal Woelki überreichte Präses Rekowski zum Schluss noch ein besonderes Gastgeschenk: Ein Bild von Martin Luther, ein Kunstdruck auf einer Ausgabe der New York Times aus einer kleinen limitierten Auflage eines österreichischen Künstlers.

An der Vesper nahmen neben Präses Rekowski und Kardinal Woelki sowie Vertretern beider Konfessionen aus Köln und Region auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet teil. Er hatte die Lesung aus dem Römerbrief übernommen.

 

(Quelle: Pressestelle des Erzbistums Köln/Sarah Meisenberg)

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