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8. März 2017; Dieter Boristowski

„Offene Ganztagsschule baut derzeit kräftig am deutschen Armutszeugnis mit“

 

Freie Träger fordern das Land NRW auf, eine angemessene Finanzierung und einheitliche Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschulen zu gewährleisten

 

Köln/Caritas Pressemitteilung. Im Verbund mit den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege NRW fordert der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln unter anderem eine bessere Finanzierung der Offenen Ganztagsschulen (OGS): „Damit die schlechte Finanzierung nicht immer mehr Träger vor die Wahl stellt, mindere Qualität anzubieten oder aus dem Offenen Ganztag aussteigen zu müssen, brauchen wir dringend bessere und geregeltere Rahmenbedingungen für dieses Bildungsangebot. Die Lern- und Lebensbildung unserer Kinder sollte es uns wert sein!“, so Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel zum Auftakt der OGS-Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege NRW am 8. März.

Die vor 14 Jahren eingeführte Offene Ganztagsschule ist weder als reine Übermittagsbetreuung gedacht, noch als Fortsetzung des Unterrichts am Nachmittag. Vielmehr stellt sie ein ganzheitliches Begleiten junger Menschen in einer Lebensphase dar, in der sie besonders intensiv nach Orientierung suchen.

Die Qualität der Ganztagsschulen hänge aber, so Hensel, aktuell maßgeblich von den freiwilligen Leistungen der einzelnen Städte und Kommunen ab. Große regionale Ungleichheiten mit Blick auf die Finanzierung, Standards und Strukturen seien die Folge. „Das Land NRW ist gefordert, eine angemessene Finanzierungsgrundlage für Ganztagsschulen zu gewährleisten – unabhängig vom Finanzstatus der Kommunen und Städte. Nur so ist auch die Qualität landesweit vergleichbar, sodass alle Kinder eine ähnliche Förderung erhalten.“

Hensel weiter: „Derzeit baut die OGS kräftig am deutschen Armutszeugnis mit, wonach der Bildungserfolg der Kinder an ihre soziale Herkunft gekoppelt ist. Die Abschaffung der Elternbeiträge sollte also kein Tabu mehr sein; denn die Beiträge erweisen sich für immer mehr Kinder als Hürde auf dem Weg zur Chancengleichheit.“

80 Prozent der Offenen Ganztagsschulen werden von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege (unter anderem Caritas und Diakonie) geführt. Allein im Erzbistum Köln befinden sich mehr als 200 Offene Ganztagsschulen in kirchlich-caritativer Trägerschaft, davon werden 120 durch die Katholischen Jugendagenturen getragen.

Weitere Infos: www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de 

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