Urgestein der Jugendarbeit

Willi Weber im Alter von 89 Jahren gestorben

Willi Weber (*7.8.1927 | +3.2.2017)
Willi Weber (*7.8.1927 | +3.2.2017)

Fast mag einem die Zuschreibung "Urgestein" nicht ausreichen, um sein Lebenswerk angemessen zu würdigen: Willi Weber, dessen Name untrennbar mit der Geschichte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Erzbistum Köln und in Nordrhein-Westfalen verbunden ist, verstarb am 3. Februar 2017 im Alter von 89 Jahren in Köln.

 

Auch im hohen Alter brachte Weber sich immer noch gerne und leidenschaftlich in Diskussionen zu Themen der Jugendarbeit ein. Das Bild links entstand im September 2015 beim 25jährigen Jubiläum der von ihm mitbegründeten Diözesanarbeits-gemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit im Erzbistum Köln. Bis zu letzt war der gebürtige Franke als Träger für "seine" Einrichtung, die Offene Tür in Köln-Ostheim aktiv. 

Begründer der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Willi Weber hat den Aufbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit seit den 1950er Jahren maßgeblich geprägt und vorangetrieben. Bereits 1959 gründete er die Landesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen. Von Beginn an suchte Weber aber auch das Gespräch mit anderen Trägern, wie der Evangelischen Jugend, den sozialistischen Falken oder der Paritätischen Jugend, was später zum Zusammenschluss in der Arbeitsgemeinschaft Offene Türen (AGOT NRW) führte. Als Diözesanreferent für Offene Kinder- und Jugendarbeit wirkte Weber bis 1992 in der Abteilung Jugendseelsorge im Erzbistum Köln. 

Unermüdlich kämpfte Weber für die angemessene Förderung Offener Kinder- und Jugendeinrichtungen. Auch pädagogische und pastorale Akzente waren ihm wichtig: Kinderbibeltage in der Offenen Tür waren ihm ebenso ein Herzensanliegen wie geschlechtsspezifische Angebote in der Mädchen- und Jungenarbeit.

"Dann können wir doch mit ihnen reden!"

Wie sehr Willi Weber den jungen Menschen zugewandt war, zeigt diese kleine Geschichte: als im Pfarrheim Kellerfenster mit Steinen eingeworfen wurden, haben sich alle über die Jugendlichen aufgeregt und wollten sie anzeigen. Weber entgegnete: "Aber wenn wir wissen, welche Jugendlichen das waren, dann können wir doch mit ihnen reden!"